So beeinflussen chinesische Feiertage Lieferzeiten
Kurzzusammenfassung
- Golden Week: Anfang Oktober kommt es in China zu Produktionsunterbrechungen und möglichen Verzögerungen.
- Chinese New Year: Bei längeren Lieferzeiten muss das Neujahrsfest bereits Monate im Voraus eingeplant werden.
- Lieferkette: Nicht nur Hersteller, sondern auch Vorlieferanten und Logistik benötigen nach den Feiertagen Zeit für den Wiederanlauf.
- Frühzeitige Planung: Mengen und Liefertermine rechtzeitig abstimmen, um kritische Zeiträume möglichst zu vermeiden.
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Die Golden Week Anfang Oktober steht unmittelbar bevor. Für Unternehmen, die Produkte und elektronische Komponenten aus China beziehen, bedeutet das: Produktions- und Liefertermine sollten jetzt noch einmal genau geprüft werden.
Gleichzeitig rückt bereits das nächste Chinese New Year in den Fokus. Auch wenn das chinesische Neujahrsfest erst im Februar beginnt, muss es bei Produkten mit längeren Beschaffungs- und Produktionszeiten schon heute berücksichtigt werden.
Wer beispielsweise Displays, elektronische Komponenten oder kundenspezifische Baugruppen für das erste Quartal benötigt, sollte die entsprechenden Bedarfe möglichst frühzeitig abstimmen. Denn entscheidend sind nicht nur die offiziellen Feiertage. Bereits in den Wochen davor können Produktionskapazitäten und Transportmöglichkeiten knapper werden. Nach den Feiertagen benötigt die Lieferkette wiederum Zeit, bis sie vollständig angelaufen ist.
Gerade jetzt treffen damit zwei wichtige Planungszeiträume aufeinander: Kurzfristig steht die Golden Week bevor, gleichzeitig beginnt für viele Projekte bereits die Planung rund um Chinese New Year.
Golden Week: Anfang Oktober steht die Produktion teilweise still
Rund um den chinesischen Nationalfeiertag Anfang Oktober stehen viele Unternehmen mehrere Tage still. Die Auswirkungen sind in der Regel weniger ausgeprägt als beim Chinese New Year, dennoch entstehen auch hier Vorzieh- und Nachholeffekte.
Hersteller versuchen, Produktionen und Lieferungen vor Beginn der Feiertage abzuschließen. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Produktions- und Transportkapazitäten. Nach der Golden Week müssen offene Aufträge und Transporte entsprechend aufgearbeitet werden. Auch das westliche Weihnachtsfest als Peak-Zeit für Transporte treibt die Preise und Verfügbarkeiten.
Bei Projekten mit engen Terminplänen sollte deshalb geprüft werden, ob bestätigte Produktions- und Versandtermine durch die Feiertage beeinflusst werden können.

Chinese New Year: Die Planung beginnt deutlich vor dem Feiertag
Während die Golden Week unmittelbar bevorsteht, muss bei längeren Lieferzeiten bereits das kommende Chinese New Year berücksichtigt werden.
Das Chinese New Year, auch Spring Festival genannt, ist der wichtigste Feiertag in China. Viele Mitarbeiter nutzen diese Zeit, um zu ihren Familien in ihre Heimatregionen zu reisen. Gerade in den großen chinesischen Produktionszentren arbeiten zahlreiche Menschen weit entfernt von ihrem ursprünglichen Wohnort.
Die Auswirkungen auf die Produktion beginnen deshalb häufig bereits vor dem eigentlichen Feiertag.
Auch wenn ein Unternehmen offiziell nur für einen begrenzten Zeitraum geschlossen ist, bedeutet das nicht automatisch, dass die Produktion unmittelbar davor und danach mit voller Kapazität läuft.
Produktionsbetriebe können rund um Chinese New Year in der Praxis für zwei bis drei Wochen nur eingeschränkt oder gar nicht produzieren. Wie lange die tatsächliche Unterbrechung dauert, hängt stark vom jeweiligen Unternehmen, seiner Belegschaft und der Lieferkette ab.
Nach Chinese New Year steht nicht sofort die volle Kapazität zur Verfügung
Ein weiterer Punkt wird bei der europäischen Beschaffungsplanung leicht unterschätzt: Nicht alle Mitarbeiter kehren nach Chinese New Year zum bisherigen Arbeitgeber zurück.
Der Zeitraum rund um das Neujahrsfest ist traditionell auch eine Phase, in der Arbeitnehmer den Arbeitgeber wechseln. Für produzierende Unternehmen kann das bedeuten, dass nach den Feiertagen zunächst Personal fehlt.
Produktionslinien werden schrittweise wieder hochgefahren, neue Mitarbeiter müssen gegebenenfalls eingestellt und eingearbeitet werden. Entsprechend kann es einige Zeit dauern, bis wieder die gewohnte Produktionskapazität zur Verfügung steht.
Bei kundenspezifischen Produkten ist dieser Effekt besonders zu beachten. Eingearbeitete Mitarbeiter, definierte Prüfabläufe und eine stabile Qualitätssicherung sind wichtige Voraussetzungen für eine reproduzierbare Fertigung.
Entscheidend ist die gesamte Lieferkette
Selbst wenn der eigentliche Hersteller seine Produktion wieder aufgenommen hat, müssen auch die entsprechenden Vorlieferanten lieferfähig sein.
Bei einem Display sind beispielsweise zahlreiche Komponenten und Prozessschritte beteiligt. Dazu können unter anderem Displayzellen, Treiber-ICs, FPCs, Hintergrundbeleuchtungen, Touchsensoren, Leiterplatten, Kunststoff- und Metallteile sowie Verpackungsmaterialien gehören.
Ähnlich komplex sind die Lieferketten bei vielen anderen elektronischen Produkten und Baugruppen.
Hinzu kommen Montage- und Prüfprozesse sowie die Logistik. Speditionen, Lkw-Verkehre, Zoll, Häfen und Luftfrachtkapazitäten müssen ebenfalls wieder im regulären Betrieb arbeiten.
Wenn nur ein Bestandteil dieser Kette später verfügbar ist, kann sich der Fertigstellungstermin des gesamten Produkts verschieben.
Nach Chinese New Year muss deshalb nicht nur eine einzelne Fabrik wieder anlaufen, sondern ein ganzes Netzwerk aus Herstellern, Zulieferern und Logistikdienstleistern.
Auch vor Chinese New Year kann es eng werden
Nicht nur die Zeit nach den Feiertagen ist kritisch. Auch in den Wochen davor steigt der Termindruck.
Viele Unternehmen versuchen, laufende Aufträge noch vor Beginn der Feiertage fertigzustellen und auszuliefern. Dadurch steigt gleichzeitig die Nachfrage nach Produktions- und Transportkapazitäten.
Besonders bei zeitkritischen Transporten kann es zu Engpässen kommen. Auch verfügbare Produktionskapazitäten bei Herstellern und Vorlieferanten werden zunehmend knapp, je näher Chinese New Year rückt.
Eine kurzfristige Bestellung vor den Feiertagen bietet deshalb nicht automatisch die Sicherheit, dass die Ware China noch rechtzeitig verlässt. Oftmals bleibt die Ware auch einfach im Zoll stecken und wird nicht mehr abgefertigt.
Unsere Empfehlung: Bedarf frühzeitig einplanen
Aus unserer Erfahrung ist es sinnvoll, den Bedarf für das erste Quartal frühzeitig mit uns abzustimmen.
Wird Material im Februar oder Anfang März benötigt, versuchen wir nach Möglichkeit, Produktion und Versand so zu planen, dass die Ware noch vor Chinese New Year auf den Weg gebracht wird.
Je nach Bedarf kann es sinnvoller sein, eine Lieferung vorzuziehen und anschließend bewusst mit einem größeren zeitlichen Puffer zu planen, als sich auf eine Produktion unmittelbar nach Chinese New Year zu verlassen.
Gerade Liefertermine Ende Februar oder Anfang März können anspruchsvoll sein. Zu diesem Zeitpunkt arbeiten einzelne Hersteller möglicherweise bereits wieder regulär, während andere Bereiche der Lieferkette ihre normale Kapazität noch nicht vollständig erreicht haben.
Welche Planung sinnvoll ist, hängt dabei immer vom konkreten Produkt und der jeweiligen Lieferkette ab. Je nach Ausführung, benötigten Komponenten und Produktionsprozess können sich die Material- und Produktionsvorlaufzeiten deutlich unterscheiden. Gerade bei kundenspezifischen Displays und elektronischen Baugruppen ist deshalb eine frühzeitige Abstimmung sinnvoll.
Frühzeitige Planung reduziert Terminrisiken
Chinesische Feiertage gehören zum normalen Ablauf internationaler Lieferketten. Kritisch werden sie vor allem dann, wenn ihre Auswirkungen erst kurz vor dem gewünschten Liefertermin berücksichtigt werden.
Unsere Empfehlung lautet daher: Planen Sie Ihren Bedarf frühzeitig und stimmen Sie Mengen und gewünschte Liefertermine rechtzeitig mit uns ab. So können wir die notwendigen Material-, Produktions- und Transportzeiten entsprechend berücksichtigen.
Sie planen ein Projekt oder benötigen Ware rund um Chinese New Year oder die Golden Week? Sprechen Sie uns frühzeitig an. Gemeinsam prüfen wir, welcher Produktions- und Liefertermin unter den jeweiligen Rahmenbedingungen realistisch ist.
FAQ
Bei kundenspezifischen Produkten mit längeren Material- und Produktionsvorlaufzeiten sollte Chinese New Year mehrere Monate im Voraus berücksichtigt werden. Entscheidend ist nicht nur der Feiertag selbst, sondern auch die hohe Auslastung der Lieferkette davor und der schrittweise Wiederanlauf danach.
Während der Golden Week Anfang Oktober stehen viele chinesische Unternehmen mehrere Tage still. Vor den Feiertagen werden Produktionen und Transporte häufig vorgezogen, anschließend müssen offene Aufträge abgearbeitet werden. Dadurch können sich Liefertermine rund um diesen Zeitraum verschieben.
Wenn es die Produktions- und Materialverfügbarkeit zulässt, kann eine Fertigung und ein Versand vor Chinese New Year sinnvoll sein. Besonders bei einem Bedarf im Februar oder Anfang März reduziert eine frühzeitige Planung das Risiko, vom verzögerten Wiederanlauf der Lieferkette abhängig zu sein.
Nein. Auch Produkte, die nicht direkt aus China bezogen werden, können betroffen sein, wenn Komponenten oder Vormaterialien aus chinesischer Produktion stammen. Entscheidend ist daher die gesamte Lieferkette und nicht ausschließlich der Standort des finalen Herstellers.
Nicht nur China feiert Chinese New Year, sondern auch Taiwan, Hong Kong, Singapur etc.
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