Bartype TFT

Geschnittene TFT-Displays

Chance bei besonderem Formatwunsch oder Risiko durch Patente und Produktionsprozess?

In Kürze

  • Maßgeschneiderte Formate: Geschnittene TFT-Displays entstehen durch das nachträgliche Kürzen von Standarddisplays
  • Hohe technische Anforderungen: Der Schneidprozess ist komplex und verursacht hohen Ausschuss
  • Rechtliche Unsicherheiten: Patente in der EU und den USA können das Zuschneiden einschränken, insbesondere wenn keine lizenzierte Fertigung erfolgt.
  • Alternative empfohlen: Standardisierte Bartype-TFTs sind inzwischen in vielen Formaten erhältlich

Geschätzte Lesedauer: 3 Minuten

In der Welt der Anzeigetechnologien werden Displays zunehmend spezifisch auf Anwendungen zugeschnitten. Besonders bei platzkritischen Designs oder im HMI-Bereich für industrielle Steuerungen kommen daher immer wieder sogenannte „geschnittene TFT-Displays“ ins Spiel. Über das Schneiden von Standard-TFT-Zellen können so ungewöhnliche Formate realisiert werden, ohne teures Tooling. Doch wie funktioniert das eigentlich? Und welche Risiken birgt diese Vorgehensweise?

Was bedeutet „geschnittenes TFT-Displays“?

Geschnittene Displays sind Module, bei denen ein Standard-TFT-LCD-Panel nachträglich in eine kundenspezifische Größe gebracht wird. Meistens geschieht dies bei TFT-LCDs, die ursprünglich für eine größere Standardauflösung gefertigt wurden.

In der Regel wird das Panel nur an einer Seite geschnitten, und zwar gegenüber der Kontaktleiste (FPC/COF). Dadurch bleibt die Ansteuerung und die Steuerungselektronik unversehrt. Das bedeutet jedoch auch, dass die Ausgangsgröße des Panels mit Bedacht gewählt werden muss, damit das resultierende Format den Anforderungen an Größe (in Zoll) und Auflösung entspricht.

Nach dem Schneiden wird die offene Kante mit einem speziellen Kleber versiegelt, um ein Austreten des Flüssigkristalls zu verhindern. Dieser Prozess ist technisch anspruchsvoll, da das Glassubstrat empfindlich ist und der Versiegelungsschritt perfekt ausgeführt werden muss, um langfristige Dichtheit und Stabilität zu gewährleisten.

Bartype TFT

Wie wird ein TFT geschnitten?

Das Schneiden eines TFT-Displays erfolgt in der Regel mit hochspezialisierten Laserverfahren. Dabei müssen folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Präzision: Das Substrat (meist Glas) muss mit Mikrometer-Genauigkeit getrennt werden, ohne die Pixelstruktur oder Leiterbahnen zu zerstören.
  • Schutzschichten: Polarisationsfolien, Touchpanel-Schichten und eventuell vorhandene Lichtfilter müssen anschließend angepasst oder ersetzt werden.
  • Elektronik: Die Ansteuerung (Treiber-ICs) darf nicht beeinträchtigt werden.
  • Hintergrundbeleuchtung: In vielen Fällen muss die Hintergrundbeleuchtung neu angepasst oder teilweise rekonstruiert werden, was zusätzliche Herausforderungen bei der Helligkeit und Gleichmäßigkeit des Displays mit sich bringt.

Der Ausschuss ist hoch, da selbst minimale Risse im Glas oder Verunreinigungen das gesamte Modul unbrauchbar machen. Das Handling der empfindlichen Glasträger erfordert viel Erfahrung und spezielle Ausrüstung.

Probleme und Risiken beim Einsatz geschnittener TFTs

  1. Zuverlässigkeit:
    • Geschnittene TFT-Displays können durch mikroskopische Beschädigungen anfälliger für Ausfälle sein.
    • Die Langzeitstabilität und Reaktionszeit sind oft nicht dokumentiert oder getestet.
  2. Kosten:
    • Der Ausschuss und der Aufwand für Nachbearbeitung führen zu deutlich höheren Stückpreisen.
    • Es entstehen oft Einmalkosten für das Zuschneiden und Qualifizieren.
  3. Patentschutz:
    • In der EU und den USA existieren diverse Patente im Bereich TFT-Fertigung und Nachbearbeitung.
    • Das nachträgliche Zuschneiden von Displays kann gegen Schutzrechte verstoßen, insbesondere wenn dies außerhalb lizenzierter Produktionsprozesse erfolgt.
    • Insbesondere das amerikanische Patent ist sehr strikt, bei Export nach USA ist daher Vorsicht geboten.
  4. EMV und elektrische Eigenschaften:
    • Durch das Entfernen von Randstrukturen kann die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) beeinträchtigt sein.
    • Kapazitiver Touch reagiert oft empfindlich auf mechanische Modifikationen.

Alternative: Standardisierte Bartype-TFTs

Statt geschnittener Displays empfehlen sich zunehmend sogenannte Bartype-TFTs. Diese sind bereits ab Werk auf ein langes, schmales Format ausgelegt, z. B. 12.3″, 7.84″ oder 4.6″ mit Auflösungen wie 1280×200 oder 480×128 Pixel.

Geschnittene TFT-Displays

Vorteile und Übersicht

  • Industriell getestet und zuverlässig
  • Lange Verfügbarkeit durch etablierte Hersteller und definierte Lieferketten
  • Kein Risiko bzgl. Patenten oder Nachbearbeitungen
  • Geringerer Aufwand bei Integration und Zertifizierung
  • Optimierte Module mit abgestimmter Hintergrundbeleuchtung und Touchpanel-Optionen
KriteriumGeschnittene TFT-DisplaysBar-Type-TFTs
FormatflexibilitätSehr hoch – freie Längenzuschnitte möglichMittel – abhängig von verfügbaren Formaten
Individuelle AnpassungMöglich, aber technisch aufwendigEingeschränkt, aber inzwischen viele Varianten verfügbar
Technischer AufwandSehr hoch – Laserschneiden, Versiegelung, ggf. Anpassung von Backlight & TouchGering – fertige Module, bereit zur Integration
Zuverlässigkeit / QualitätEingeschränkt – Gefahr von Mikroschäden, weniger dokumentiertHoch – industriell getestet, dokumentierte Spezifikationen
ProduktionsausschussHoch – empfindlicher SchneidprozessGering – standardisierte Fertigung
KostenHoch – Einmalkosten + hohe Stückpreise durch AusschussWirtschaftlich – stabile Preise durch Serienfertigung
Rechtliche Risiken (Patente)Hoch – insbesondere in USA und EUKeine – Nutzung lizensierter Designs
LangzeitverfügbarkeitUnsicher – abhängig von AusgangspanelUnsicher – Mittel – abhängig vom Panel und der Anwendung
EMV & elektrische EigenschaftenBeeinträchtigt durch RandverlustOptimiert – EMV-konforme Designs
Typische AnwendungenSonderlösungen mit extremen PlatzanforderungenIndustrieanzeigen, Steuerungen, Infotainment

Fazit: Sonderlösung für Spezialfälle

Geschnittene TFT-Displays können in Sonderfällen eine Lösung darstellen, bergen jedoch erhebliche Risiken hinsichtlich Zuverlässigkeit, Kostenstruktur, Helligkeit und rechtlicher Sicherheit. Vor allem im professionellen Einsatzumfeld ist eine genaue Abwägung notwendig.

Wer auf der sicheren Seite stehen möchte, sollte auf standardisierte Bartype-TFTs zurückgreifen, die heute in vielen Größen, Auflösungen und Varianten verfügbar sind und eine robuste, wirtschaftliche Lösung für unterschiedlichste Anwendungen darstellen.

Prüfen Sie direkt als Standard verfügbare Bartype-TFTs

DiagonaleTypArt. Nr.Active AreaAuflösungAußenabmessungHelligkeitInterfaceTouchOp TempTechnol.
0.96Bar Type TFTLCD096LAB-02-100N10.8×21.69680×16013.8×28.0x1.9400SPIIPS,ALL
1.08Bar Type TFTLCD108LAA-01-100N22.7×42.72128×22017.12×29.76×1.6350serialIPS,ALL
1.9Bar Type TFTLCD190LAB-01-100N22.7×42.72170×32025.8×49.72×1.43350serialIPS,ALL
1.99Bar Type TFTLCD199LAA-01-100N22.7×42.72170×32025.8×49.72×1.43600serialIPS,ALL
2.18Bar Type TFTLCD218LAB-01-100N21.72×52.416200×48025.72×59.49×2.3250MIPIIPS,ALL
2.18Bar Type TFTLCD218LAB-01-100N21.72×52.416200×48025.72×59.49×2.3250MIPI-20 +70IPS, ALL
2.41Bar Type TFTLCD241LAA-01-100N30.192×53.28272×48033.89×60.32×2.18500MIPIIPS,ALL
2.86Bar Type TFTLCD286LAA-02-100N26.508×67.68376×96031.2×76.6×2.1200SPI/RGBIPS,ALL
3.9Bar Type TFTLCD390LAB-01-100N95.04×25.35480×128105.24×37.8×3.6420RGBIPS,ALL
3.99Bar Type TFTLCD399LAA-01-100N39.18×94.032400×96044.4×103.88×2.2280RGBIPS,ALL
3.99Bar Type TFTLCD399LAA-01-100N39.18×94.032400×96044.4×103.88×2.2280SPI/RGB-20 +70IPS, ALL
4.58Bar Type TFTLCD458LAA-01-100N26.77×110.3320×96041.57×118.8×2.5300RGBIPS,ALL
5.19Bar Type TFTLCD519LAA-01-100N40.75×125.38416×128045.15×132.58×3.54400MIPIIPS,ALL
6.1Bar Type TFTLCD610LAA-01-100N29.99×152.51280×142433.99×160.31×2.8220MIPIIPS,ALL
6.86Bar Type TFTLCD620LAA-01-100N148.8×53.76640×240164.1×72.06×3.65430RGBIPS,ALL
6.86Bar Type TFTLCD686LAB-01-100N,C60.19×160.51480×128067.0×181.4×5.0600MIPICapacitiveIPS,ALL
6.9Bar Type TFTLCD690LAA-01-100N33.6×170.88280×142438.2×181.47×3.54400MIPIIPS,ALL

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